TikTok Logo auf einem Smartphone im Gras

TikTok: Ein Trend und seine Tücken

Keine andere Social-Media-Plattform hat in so kurzer Zeit so viele Nutzer gewonnen. Besonders bei der sogenannten Generation Z ist sie beliebt. Das Portal TikTok wurde bisher über zwei Milliarden Mal heruntergeladen. Im November 2019 kam es auf eine Milliarde aktive Nutzer. In den App-Charts belegt es weiterhin vordere Plätze. Ein Ende dieses Trends scheint vorerst nicht in Sicht. Obwohl es sich bei TikTok eigentlich um eine harmlose Plattform mit kurzen Videoclips handelt, gelangt die App immer wieder stark in die Kritik.

Es war einmal Musical.ly

Angefangen hatte alles, so besagt die Legende, als Gründer Alex Zhu vor vielleicht zehn Jahren Jugendliche in einem Zug beobachtete. Sie hörten Musik und bewegten synchron zum Gesang ihre Lippen. Die Idee zu Musical.ly war geboren, einer App, die ihren Nutzern erlaubte, zu Liedern Playback zu singen. Nach wenigen Jahren hatte die App bereits 140 Millionen Nutzer. Sie stand bald in der Kritik, Pädophile anzuziehen.

2017 kaufte die Firma ByteDance, zu der eine App namens TikTok bereits gehörte, Musical.ly für rund 1 Milliarde Dollar auf. Die beiden Kurzfilm-Social-Plattformen wurden unter dem Namen TikTok fusioniert, die meisten Nutzer von Musical.ly übernommen. Bereits 2018 erreichte die App dann 150 Millionen aktive Nutzer täglich.

Leicht zu bedienen und kurzweilig

Das Design und die Nutzeroberfläche sind einfach in der Bedienung und sprechen vor allem junge Menschen an. Komplex ist die Plattform in seiner Auswahl an Songs und den vielen Möglichkeiten, ein Video zu bearbeiten. Der Einstieg fällt also leicht und dennoch werden die Nutzer bei TikTok zuweilen sehr kreativ. Das liegt vor allem auch daran, dass die Popularität in erster Linie Content-basiert ist. Ein Kreativer muss sich also in seinen Videos immer wieder beweisen.

Das führt dazu, dass TikTok für seine Nutzer kurzweilig bleibt, mit einer meist höheren Qualität als auf anderen Kurzfilm-Media-Plattformen. Die Vernetzung funktioniert hier über Likes und Fans. Im Gegensatz zum linearen Fernsehen spricht diese Plattform vor allem junge Leute an, weil die Videos kurz aber auf den Punkt sind.

Das erste globale Netzwerk aus China

Sowohl Musical.ly als auch TikTok sind chinesische Social-Media-Plattformen. Der Sitz ihrer Mutterfirma ByteDance befindet sich in Peking und ist seit 2015 global aktiv. Jüngst kritisierte Donald Trump die App TikTok, dass sie enorme Mengen an Nutzerdaten sammle und es so der Regierung Chinas ermögliche, US-Bürger auszuspionieren. Er fordert den Verkauf der Plattform, Microsoft hat sein Interesse bereits gezeigt.

Über diese Datenschutzbedenken hinaus gerät die App vor allem wegen mangelndem Jugendschutz in die Kritik. Manche junge Nutzer sollen sich zu freizügig präsentieren. In den Kommentaren wird zu wenig gegen Sexismus und Mobbing vorgegangen.

Auch wenn TikTok ankündigte, dies zukünftig unterbinden zu wollen, wird die App weiterhin kritisch betrachtet. In Indien ist sie bereits verboten worden. Ebenso sollen in der App vermehrt Videos mit eindeutigen Werbebotschaften hochgeladen worden sein. Die Video-Social-Plattform TikTok liegt im Trend und das wird sich in den nächsten Jahren wohl auch nicht ändern. Besonders die jüngere Generation, vor allem Jugendliche, nutzt sie täglich, weil sie schnell neue Inhalte liefert, die meist trotzdem ihre Qualität haben. Leider krankt die Plattform wie bereits andere vor ihnen an mangelndem Datenschutz und einigen unverantwortlichen Nutzern. Dass TikTok aus China stammt, macht die Diskussion darüber sicher nicht einfacher. Dort heißt die App übrigens „Douyin“ und hat mehr als 500 Millionen aktive Nutzer pro Tag.