Nachhaltige und faire Mode zu produzieren funktioniert, wie bei Marke Armedangels aus Köln.

Das Modelabel Armedangels

Armedangels heißt auf Deutsch “bewaffnete Engel” und ist ein Start-up aus Köln. Die Macher haben es sich auf die Fahnen geschrieben, nachhaltige Mode zu produzieren. Inzwischen hat das Label einen Umsatz von 35 Mio. Euro gemacht, obwohl es ganz klein anfing.

Das Hauptanliegen ist Umweltbewusstsein, fairer Handel und Ökologie

Bio und Fair kann durchaus stylisch und trendy sein. Es werden vor allem Materialien wie Bio-Baumwolle, Tencel oder recyceltes Polyester benutzt. Umweltfreundlichkeit wird großgeschrieben. Ich halte dies für ein ehrenwertes Ansinnen. Die Produktionsbedingungen sind transparent. In den Ländern, in denen die Fashion hergestellt wird, herrschen ordentliche Arbeitsbedingungen. Der so genannten vorherrschenden fast Fashion soll entgegengewirkt werden. Es wird zum Beispiel in Portugal, in der Türkei, in China, Marokko und Indien produziert.

Martin Höfeler ist der Gründer der Marke

Das Logo von Armedanagels: Bewaffnete Engel. By ARMEDANGELS – Own work, CC BY-SA 4.0.

Das war vor 13 Jahren, im Jahr 2007. Leider ist die Modeindustrie diejenige, die am meisten für eine enorme Umweltverschmutzung verantwortlich ist. Dem wollte Höfeler entgegentreten. Seine Ambition ist, ökologisch und sozial Mode zu kreieren und trotzdem gutes Geld damit zu verdienen. Er selbst zieht als Aushängeschild natürlich Klamotten seines eigenen Labels an.

Die Mode ist nachhaltig. Höfeler gründete mit seinen Kommilitonen Anton Jurina das Label. Die Firma bietet neben ökologischen Hemden, auch Kleider, Pullis, Hosen und Röcke im Sortiment an. Preislich liegen die Klamotten zwischen 80 und 100 Euro. Inzwischen verfügt Armedangels über 500 000 Kunden. In einer Dekade wurden laut eigener Aussage ca. über 3 Mio. Kleidungsstücke fabriziert.

Nachhaltigkeit ist das Stichwort der Stunde

Das bedeutet, dass die Bekleidung möglichst langlebig ist und fair produziert wurde. Die Lieferketten sollten nachvollziehbar sein. Des Weiteren dürfen keine Pestizide und Chemikalien bei der Herstellung verwendet worden sein. Recycelbare Fasern wie Lyocell müssen zum Einsatz kommen. Allerdings ist dies auch deutlich kostenintensiver als die normale Produktion, auch weil Biobaumwolle viel teurer ist. Die Modefirma lässt die Ware in Mitteleuropa nähen, wo die Lohnkosten höher sind. Die Standards sind bei Armedangels hoch, wie auch Fair Wear Foundation bestätigt.

Seit Längerem gilt die Modebranche als Umweltzerstörer nach der Ölindustrie, was durch die günstige Wegwerfmode entstanden ist. Die energieverschwendende Produktion und riesige Müllberge trugen dazu bei. Es wird auch sehr viel Wasser bei der Herstellung von Mode verbraucht. Ebenso treibt dies die Emissionen nach oben. Da die Modegurus natürlich verdienen wollten, war für die Massenproduktion nachhaltige Fashion ein Minusgeschäft. Das wandelt sich nun langsam, auch dank Labels wie Armedangels.

Nach wie vor ist für die Konsumenten und Verbraucher der Preis der Mode sehr wichtig. Doch es geht, dass sich Ökologie und Umsatz nicht ausschließen.

Fünf Jahre benötigt ein Startup, um rentabel zu sein

Anfangs zahlten sich die beiden Gründe 1000 Euro Brutto Gehalt aus. Rentiert hat sich die Firma erst, als sie ihre Mode auch in den normalen Läden verkauft haben. Durch den Verkauf im Einzelhandel kam der große Breakthrough. Die Bekleidung wird nun in rund 1000 Geschäften offeriert, zum Beispiel im Modehaus Breuninger. Die meisten Leute in Deutschland kaufen ihre Sachen zum Anziehen offline.

Selbstverständlich hat auch Social Media zum Erfolg des Kölner Labels beigetragen. Sie haben besonders viele Klienten bei den 20 – 35-Jährigen. Schlussendlich möchte niemand nackt herumlaufen wie in den Märchen „Des Kaisers neue Kleider“.

Neu ist, dass Armedangels seine Kleidung wieder zurücknehmen will und dann daraus neue Klamotten macht, so dass ein Textilkreislauf entsteht. Alles wird möglichst wiederverwendet (keine neue Idee), Stichwort „Downcycling“. Der Fokus liegt auf nachwachsenden Rohstoffen und recycelten & regenerativen Materialien, das Design ist trotzdem klar und stylisch.