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Der Chaos Computer Club

… klingt erstmal nach einem lustigen Club, in dem es um viel Spaß geht, oder? Das erste Mal hab ich vom Chaos Computer Club gehört, als ich einen Zeitungsbericht über den Verein las. Das war letztes Jahr im Dezember. Sonst hab ich weder Interesse noch Ahnung, wenn es um Computer und Technik geht, aber was ich da gelesen hab, war wirklich interessant und auch wichtig für jedermann. In dem Artikel ging es um das in Europa größte Hacker-Treffen, initiiert vom Chaos Computer Club. Aus meinem ersten Gedanken, dass es ein lustiger Verein sei, wurde direkt ein negativer. Die Bezeichnung „Hacker“ hat erst einmal einen negativen Beigeschmack. Mittlerweile gehören Hacker sogar zu einer Art Subkultur, einem ganz eigenen Kreis. Da der Artikel durchaus positiv klang, hab ich mich mal etwas intensiver mit dem Begriff „Hacker“ auseinandergesetzt und war durchaus erstaunt. Hacker haben ein sehr intensives Wissen im Bereich der Informationstechnologie. Bekannt geworden, daher auch die negative Assoziation, sind sie, weil sie in EDV-Anlagen eindringen, Daten stehlen und kriminell handeln.

Hacker sind nicht von Grund auf böse

In den 1950er Jahren wurde der Begriff „Hacker“ bereits verwendet. Damals ging es noch nicht um Computer und Internet, sondern um Technik allgemein. Hacker waren experimentierfreudige Menschen, die sich innovativ und kreativ mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Durch die Computer und das Internet fanden diese Menschen neue Herausforderungen. Mit der Etablierung des Internets in den 1990er Jahren kam es dann zur Spaltung der eigentlichen großen Hacker-Gruppe. Während die einen weiter eine Herausforderung sahen, Gutes zu tun, indem sie Sicherheitslücken im System öffentlich machten und diese zu schließen versuchten, bewegten sich die anderen in die kriminelle Schiene. Sicherheitsbarrieren wurden überschritten, Sicherheitslücken genutzt und Daten gestohlen. Diese Art der Hacker richtete nicht allzu selten einen großen Schaden an. Der Begriff des kriminellen Hackers war geboren und sitzt bis heute in unseren Köpfen. Dabei sind heute ebenso viele Hacker richtig angestellt, meist in Computer-Sicherheitsfirmen. Dort können sie ihr Wissen zum Guten einsetzen und helfen sogar, das System rund ums Internet sicherer und besser zu machen.

Der Chaos Computer Club als wichtige Hacker-Plattform

In dem Artikel, den ich gelesen hab, ging es um den alljährlich stattfindenden Kongress des Clubs, kurz auch CCC genannt, in Hamburg. Dieser Kongress gilt tatsächlich als größtes Treffen von Hackern in ganz Europa. Letztes Jahr nahmen um die 12.000 Hacker teil. Da es zum großen Teil auch um politische Themen geht, gilt die Veranstaltung in Deutschland sogar als politische Großveranstaltung. Der CCC ist seit über 30 Jahren bemüht, im Spannungsfeld von technischer und sozialer Entwicklung zu vermitteln. Mit den kriminellen Hackern hat die Vereinigung rein gar nichts zu tun! Es geht ihnen viel mehr um die Erkundung und Forschung von technischen Themen, um Kampagnen zur Aufklärung, Veranstaltungen und Politikberatung. Seit 1981 besteht der Club aus dezentralen lokalen Vereinen und Gruppierungen, wobei alle dasselbe Ziel verfolgen. Eingetragener Verein ist der CCC seit 1986. Ziel des Vereins ist die Förderung der Informationsfreiheit und eines Menschenrechts auf mindestens weltweite ungehinderte Kommunikation. Und dieses Thema ist heute präsenter denn je. Menschen wünschen sich mehr Transparenz, mehr Ehrlichkeit und Offenheit von der staatlichen Macht. Der CCC setzt sich dafür ein und ist somit ganz und gar nicht auf der bösen Seite.

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